Brief an Kulturministerium bzgl. 300-Jahre Jubiläum Liechtenstein
Das Entwickeln, Ausformulieren und Visualisieren von Ideen wird momentan jedem selbst überlassen. Dadurch ist die Hemmschwelle für viele zu hoch, und gute Ideen bleiben auf der Strecke. Würde man, anstatt Ideen einfordern, einen Rahmen bieten solche zu entwickeln, könnte dies zu einer viel breiteren Mitarbeit und einem viel grösseren Ideenpool führen. Der Mangel an sinnvollem Einbezug und Auswahl führt momentan zu einer negativen Stimmung, welche loszuwerden wichtiger ist als jedes Monument. Sie untergräbt viel mehr als nur die 300 Jahr Feier. Folglich beinhaltet der Vorschlag weniger eine Idee, das viele Geld auszugeben, als einen Prozess der Diskussion und Ideenfindung.
1. Mit einem Prozent des Budgets werden elf wetterfeste Tische mit Bänken angeschafft und auf dem Peter Kaiser Platz kreisförmig angeordnet.
2. An mindestens einem Samstagnachmittag, noch in diesem Jahr, sind alle interessierten BürgerInnen, PolitikerInne und MonarchInnen eingeladen sich gemeinsam an einen der Tische zu setzen. Durch geführte Workshops werden systematisch neue Ideen bzgl. dem Jubiläum entwickelt. Hierzu gibt es eine Vielzahl von bewährten Methoden, wie sie in Kultur und Wirtschaft täglich zur Anwendung kommen, e.g. ‘Lateral Thinking’. Wer bereits eine Idee hat, kann diese an seinem Tisch vorstellen und in der Diskussion präzisieren oder überdenken.
3. Elf Liechtensteiner Kulturschaffende (SchriftstellerInnen, IllustratorInnen, etc.) werden als Kritiker eingeladen und helfen den Beteiligten die entstandenen Ideen professionell zu visualisieren oder in präzise Worte zu fassen. Dafür wird ein weiteres Prozent des Budgets verwendet.
4. Die Ideen werden präsentiert. Mit einem dritten Prozent werden die Teilnehmer dann mit Speis und Trank für die Mitarbeit belohnt. Marketing Liechtenstein prüft die Machbarkeit und stellt die verbleibenden Ideen zur Abstimmung. Die beliebteste Idee wird mit 97% des Budgets umgesetzt.
5. Im Jubiläumsjahr 2019 werden die Tische monatlich in einer anderen Gemeinde aufgestellt. Die Gastgebergemeinde gibt ein Thema vor, über das es sich lohnt nachzudenken und Ideen zu entwickeln.
Letztendlich sind Tische nur Tische. Sie sind bestenfalls Aufhänger dafür, sich Raum und Zeit zu nehmen und gemeinsam über die Chance des Jubiläums nachzudenken. Als solche könnten sie aber zum Symbol dafür werden, dass man noch zusammensitzen und sich konstruktiv mit der Zukunft des Landes in all seinen Facetten auseinandersetzen kann und dass das kreative Potential der Bevölkerung eingebunden wird.

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